Interkultur als Leitidee

 

Am 17.04.2013 fand im Schulzentrum Neustadt eine von Fachleuten beachtete Veranstaltung statt: Der Buchautor und Migrationsforscher Dr. Mark Terkessidis  referierte zum Thema "Interkultur als Leitidee". Mit seinem für die Anwesenden bereichernden Vortrag eröffnete Dr. Terkessidis die Veranstaltung mit dem Titel "Ausgrenzen erkennen und verhindern - Was können Kita, Schule und Jugendhilfe tun?" Die Veranstalter - Lidice-Haus, Kita Bremen, Schulzentrum Neustadt, Arbeit und Leben und Pro aktiv gegen Rechts - stellten die Veranstaltung unter das Motto „…den besseren Zustand denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann.“ (Th. W. Adorno) Ohne Angst vor Diskriminierung und Rassismus leben können! Dies - so wurde diskutiert - müsse auch von den KollegInnen in den Institutionen der Erziehung, Bildung und der Jugendhilfe gefragt werden, ob nicht auch wir in Kategorien von „Wir“ und „Die Anderen“ denken und handeln. Üblicherweise ginge es um die Minderheit der „Anderen“, die sich integrieren und der Mehrheit anpassen sollen. Übersehen werde dabei, dass in den Großstädten „heute mehr als ein Drittel der Bewohner nichtdeutscher Herkunft“ ist; „bei den unter Sechsjährigen bilden die Kinder mit Migrationshintergrund sogar schon die Mehrheit“, so Mark Terkessidis. Im Vortrag und den folgenden Diskussionen ging es nicht mehr um „Eingliederung“, sondern darum, die Voraussetzungen für die Partizipation aller zu schaffen und Vielfalt zu gestalten. Bei der interkulturellen Öffnung von Institutionen wurde von den unsichtbaren, unausgesprochenen und unbemerkten Hindernissen“ gesprochen und wie diesen das Ziel der „Barrierefreiheit“ im Rahmen eines Programms Interkultur entgegen gesetzt werden kann. Dies bedeute die prinzipielle Akzeptanz, Wertschätzung und Ermöglichung von Unterschiedlichkeit, ein gleichrangiges und gleichwertiges Lernen, Arbeiten und Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher sozialer oder nationaler Herkunft, von Menschen mit oder ohne Beeinträchtigungen. Dazu müssen Voraussetzungen für Interkultur geschaffen werden – in den Leitbildern, in den Konzeptionen, in Alltagsroutinen, im Leitungshandeln, der Mittelverteilung, der Personalstrategie…

Der Fachtag klang mit einer regen Diskussion aus.

 

 

 

 

 

 

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Migrationsforscher

Dr. Mark Terkessidis

 

 

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Diskussionsrunde zum Abschluss