PIA - Projektmanagement als Instrument mit Arbeitsmarktbezug zur Entwicklung und Sicherung von Unterrichtsqualität in der beruflichen Bildung

"Alle Innovationen sind Projekte, aber nicht alle Projekte sind Innovationen." (Hauschildt). In Projekten werden innovativen Problemlösungen entwickelt, deren Realisierung durch Projektmanagement (Planung, Organisation und Steuerung des Projekts) gesichert wird. Im betrieblichen Kontext gewinnt das Projektmanagement zunehmend an Bedeutung. In der beruflichen Bildung wird Projektmanagement bislang selten gelernt, gleichwohl erste Lösungen bestehen: Seit 2005 werden in Bremen in Kooperation mit der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement entsprechende Unterrichtskonzepte für die berufliche Bildung entwickelt und implementiert. Entwickelt wurde ein Kerncurriculum "Projektmanagement", ein Trainingskonzept für Lehrer/innen und PM-Leitfäden für den Unterricht mit verschiedenen Domänenbezügen. Über 150 Lehrer/innen wurden bislang qualifiziert, die Projektmanagement wiederum in ihren Fachrichtungen vermitteln. Gelernt wird auf zwei Ebenen: Einerseits ist Projektmanagement Inhaltsgegenstand und andererseits Form, um die Qualität von Projektunterricht zu sichern. Der Arbeitsmarktbezug wird hierbei doppelt realisiert: Die Schüler/innen bearbeiten reale Projektaufträge und qualifizieren sich damit für Projektarbeit in ihrem späteren Beruf. Ziel des Projekts PIA ist, dieses Konzept (1) einerseits in Deutschland horizontal (in unterschiedlichen Domänen) und vertikal (Berufsorientierung, Berufsausbildung und beruflicher Weiterbildung) zu verbreiten. Bei der Implementation findet notwendigerweise eine Adaption statt. (2) Andererseits finden Projekte im Arbeitskontext oftmals grenzüberschreitend statt, weshalb Projektmanagement ohne interkulturelle Kompetenz sinnlos ist. Für Deutschland sind hierbei zunehmend die östlichen Partner von Bedeutung, weshalb gezielt Partner aus Polen, Slowakei, Tschechien und der Türkei in das Projekt eingebunden sind. Durch die adaptive Implementation des bestehenden Konzepts in den Ländern findet eine Entwicklung in zwei Richtungen statt: Die Partner lernen von uns und wir lernen von der Adaption des Konzepts in den Partnerländern. Die Schweiz wurde als weiterer Partner gewonnen, da hier ebenfalls Konzepte und Erfahrung bestehen hinsichtlich der Vermittlung von Projektmanagement im Unterricht. Unterstützt und qualitätsgesichert wird der Innovationstransfer durch die Beteiligung von zwei großen Fachgesellschaften: der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement sowie der SPM Swiss Project Management Association. Partner in den Ländern sind Schulbehörden, Schulen und Universitäten. Betriebe sind im Fachbeirat und über die Fachgesellschaften eingebunden. Ergebnisse sind außer den (1) gemeinsamen sowie länderspezifischen Curricula, Konzepten und Materialien zudem (2) qualifizierte Lehrer/innen sowie die (3) Implementation im Unterricht. Projektmanagement als Instrument mit Arbeitsmarktbezug sichert und entwickelt durch die Kopplung von Inhalt und Form die Qualität von Unterricht in der beruflichen Bildung.

Für das SZN ist die Fachschule für Hauswirtschaft mit einer kleinen Aufgabe an dem Projekt beteiligt.

Text und Kontakt:

Dr. Andreas Sebe-Opfermann
E-Mail: andreas-so(at)uni-bremen.de
Projekt-Homepage: www.pia-project.eu